25.08.2012

Sollen die Reichen was von ihrem Vermögen abgeben?

Zuletzt wurde bei "Menschen bei Maischberger", über diese Frage diskutiert. Leider musste ich mich allzu oft aufregen. Also habe ich mich entschieden, einen Beitrag dazu zu schreiben. Diesen Frage hört man immer wieder, ob die Reichen was von Ihrem Vermögen abgeben sollen. Gerade dann wenn es in Richtung Wahlen geht. Oft wird das über die Steuergestaltung diskutiert. Was kaum aber in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist was viel wichtigeres. Warum ist das so, dass wenige immer mehr haben und viele immer weniger? Wie werden die Reichen immer reicher und sind die Armen einfach nur zu dumm?

Erstmal vorweg, es geht nicht anders. In unserem System ist das wie ein Naturgesetz. Das hat nix mit Bildung, Fleiß oder Intelligenz zu tun. Das Beste ist ja, dass oft von den Leistungsträgern gesprochen wird, die es schaffen, noch reicher zu werden. Und dann klopfen sie sich auch noch gegenseitig auf die Schultern und meinen, wie toll sie sind, da der ganze Staat ohne sie nicht existieren kann. Ich lache mich immer schlapp über diesen Schwachsinn, da die Leute das auch noch glauben. Ist denn ein Bauarbeiter kein Leistungsträger und würde er keine Häuser mehr bauen können, wenn die sogenannten Leistungsträger nicht mehr da sind? Natürlich könnte er das. Also verschont die Menschen bitte mit diesem Blödsinn.

Wer sind eigentlich die Reichen sind und wer sind die Armen. Oft werden diese Gruppierungen nach der Höhe ihrer Einkünfte eingeteilt. Man vergleicht also die Höhe des Einkommens von 10 % der Personen mit dem höchsten Einkommen, mit den 10% der Personen, mit dem niedrigsten Einkommen. Also beispielsweise das Einkommen eines Managers in Höhe von 500.000 Euro p.a, mit dem des einfachen Arbeiters in Höhe von 30.000 p.a. Wenn sich jetzt im Laufe einer Periode die Anzahl der Reichen erhöht, muss sich die Anzahl der Armen zwangsweise auch erhöhen. Das passiert eigentlich jedes Jahr, dass die Schere größer wird.

Ich finde die Einteilung nicht ganz richtig. Viel entscheidender wäre es, die Unterteilung nach der Zunahme des Vermögens vorzunehmen. Also um wie viel Prozent steigt das persönliche Vermögen einer reichen Person, im Vergleich zum Vermögen einer armen Person. Die Frage ist also, ob eine Person mehr oder weniger, für die gleiche Leistung bekommt, die er täglich leistet. Salopp gesagt, gehören dann all diejenigen zu den Armen, die nicht zu den Reichen zählen. Völlig losgelöst von der beruflichen Qualifikation. Das kann am Ende auch jeder sein. Das kann der Verkäufer an der Kasse sein, als auch der Lehrer. Sogar Ärzte können unter Umständen zu den armen gehören. Man darf die Reichen und Armen nicht nach Berufsgruppen oder Einkommen unterscheiden. Am Ende zählt nur das Vermögen und das Wachstum des Vermögens, im Vergleich zum Wachstum der Gesamtwirtschaft.

Was führt nun dazu, dass diese Umverteilung von Arm zu Reich stattfindet. Es ist das Kapital, was dazu führen muss, dass das passiert. Und das muss man erstmal so hinnehmen. Ob das letztendlich richtig oder falsch ist, soll nicht Gegenstand von diesem Beitrag sein. Da soll sicher jeder selber seine eigene Meinung bilden. Vielmehr ist es viel interessanter zu wissen, wieso und weshalb das so ist. Eigentlich ist es ganz einfach, um das zu verstehen.

Die entscheidende Rolle bei dieser Entwicklung ist das vorhandene Vermögen. Jeder hat schon einmal den Satz gehört, "Wenn ich Millionär wäre, würde ich das Geld zur Bank bringen und einfach nur von den Zinsen leben".  Ich ersetze das Wort Zinsen, mit dem Wort Kapital. Also müsste es heißen, dass man vom Kapital leben kann. Das ist realistischer. Unter der Annahme, dass nun dieses Vermögen professionell verwaltet und nicht a lá Günther Gabriell, Ailton und sonstigen Konsorten verprasst wird , kann davon ausgegangen werden, dass das Vermögen sich kontinuierlich vermehrt.

Wenn man nun sich das gesamte Kapital einer Wirtschaft als einen großen Kuchen vorstellt, dann steigt der Anteil am Kuchen für den Reichen, Stück für Stück. Er wird also reicher. Was zwangsweise bedeuten muss, dass die Armen, Stück für Stück, was abgeben müssen. Der Arme wird ärmer. Nämlich diejenigen, die kein eigenes Vermögen haben. Gerade dann, wenn kein Wirtschaftswachstum erzielt wird, werden diese Personen noch ärmer. Und diese Aufgabe übernehmen dann die Banken, die dafür Sorgen, dass die Reichen es schaffen, dass sie reicher werden. Das hat also nichts mit Bildung, Fleiß oder Intelligenz zu tun. Was die Banken genau machen, kann ich ein anderes mal schreiben. Oft gehrt es sogar um das Überleben von Menschen, beispielsweise wie in Afrika.

Wie sieht das nun in der Praxis aus ? Wir stellen uns mal eine Bäckerei vor. Diese Bäckerei soll die gesamte wirtschaftliche Leistung eines Staates abbilden. Jetzt stellen wir uns vor, dass die Bäckerei pro Periode 100 Brötchen backen kann. Von den gesamten Produktion verlangt der Inhaber 10 % Gewinnbeteiligung, als Preis für die Überlassung seines Kapitals. Somit bleiben 90 Brötchen für alle anderen. Jetzt investiert er seinen Gewinnanteil erneut in das Unternehmen. Dafür verlangt er zusätzlich 1 Brötchen jährlich. Unter der Annahme, dass die Bäckerei weiterhin 100 Brötchen produziert, hat der Inhaber einen Anspruch auf 11 Brötchen. Somit bleiben für den Rest nur noch 89 Brötchen. Man muss kein Mathematiker sein, um zu verstehen, dass das solange weiter geht, bis er irgendwann alle Brötchen behalten darf und der Rest zusehen muss, wie er zurecht kommt.

In diesem Sinne....