So kann es und darf es nicht weiter gehen. Das muss für alle Yeziden, wegen den erneuten Verbrechen an das Yezidische Volk in den letzten Wochen, als Erkenntnis ausreichen. Ein zurück zum alten darf es nicht geben und muss verhindert werden. Ganz egal wer oder was sich den kommenden Debatten und Diskussionen entgegen stellt. Die Yezidische Community muss begreifen, dass jeder Mensch sich selbst der nächste ist. Und das muss sich in den Köpfen aller Yeziden festsetzen. Jedes einzelne Element der yezidischen Gesellschaftsform muss bis ins Mark überprüft, und wenn notwendig reformiert werden. Wir müssen kulturelle, ökonomische, soziologische, politische, religiöse und ideologische Elemente der yezidischen Situation analysieren und die Ursachen, der auch daraus enstehenden Iterationen der Verbrechen an das yezidische Volk, herausfiltern. Daraufhin ist eine langfristige Strategie zu entwickeln, um die Gesamtsituation aller Yeziden zu verbessern.
Eines dürfen wir niemals vergessen. Das Schicksal und das Überleben von bis zu 100.000 Yeziden lag nicht mehr in den Händen des yezidischen Volkes. Man war machtlos und verzweifelt zusehen zu müssen, wie die Menschen auf den Bergen dem Tode ins Auge blickten. Es war eine qualvolle Situation die das ganze yezidische Volk fürs Leben prägen wird. Deren Überleben war nur noch eine Frage der Zeit. Wenn man dann nüchternd feststellen muss, dass dieses Schicksal, aus den Händen der Yeziden geglitten, über den Atlantischen Ozean rüber, in die Hände eines einzigen Menschen fällt, dann muss gehandelt werden. So eine Situation darf es in Zukunft nicht geben.
Nun habe ich in den letzten Wochen und Tagen viele Gespräche und Diskussionen miterlebt. Einiges was ich gehört habe, empfand ich schon sehr konstruktiv für die yezidische "Sache". Aber leider muss ich sagen, dass das meiste, um es genau zu sagen, der größte Mist war. So habe ich Vorschläge gehört wie, "Lasst alle Yeziden aus Kurdistan befreien und nach Australien oder Amerika auswandern". Was wenn wir dann dort auch nicht mehr sicher sind? Sollen wir dann zum Mond fliegen und uns dort einen Heimat suchen? Ebenso bekam ich die Forderung nach einen eigenen Yezidenstaat zu hören, was irrsinnig ist. Es muss in der Region Shingal eine Zukunft für die Yeziden geben und auch nur dort kann die Existenz für die Yeziden gesichert werden. Die Yeziden müssen endgültig ihren Platz in der Welt finden.
Erstmal vorweg möchte ich aller Deutlichkeit betonen, dass ich mir keineswegs anmaße, hier das einzige richtige für das yezidische Volk erkannt zu haben. Jeder soll und muss sich meiner Sichtweise gegenüber, kritisch auseinandersetzen. In Zukunft wird es viele Debatten und Diskussionen über die Zukunft der Yeziden geben. Man muss aber viel Wert darauf legen, dass diese Kritik unbedingt mindestens aus fundierten Kenntnissen erbracht wird. Floskeln, subjektive Meinungen oder sonstige Thesen, die nicht wissenschaftlichen Standards entsprechen, sind zu ignorieren.
15.08.2014
20.07.2014
Völkermord an mein Volk
"Wer kämpft,kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren" - Bertolt Brecht
"Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen" - Albert Einstein
In meinen vergangenen Blogs konnte ich oft aus einer Situation her schreiben, in der die Neutralität stets für mich die Grundlage einer objektiven Beschreibung diverser Themen war. Es fällt einen aber schwer objektiv zu bleiben, wenn die persönliche und direkte Betroffenheit, als Individuum, der Anlass für einen Blog ist.
Ich habe in einen YouTube Video sehen können, wie ein islamischer Gotteskrieger, Gefangene präsentiert. Was mit diesen Gefangenen passiert ist, oder ob diese überhaupt noch leben, kann nicht beurteilt werden und ist dem Video nicht zu entnehmen. Ich gehe aber davon aus, dass diese Männer wahrscheinlich hingerichtet wurden. Das was mich persönlich sehr hart dabei trifft , ist die Tatsache, dass es um Yeziden handelt. Hier das Video:
Es handelt sich hierbei nicht um Soldaten oder irgendetwas, was einer Verhaftung oder Gefangennahme legitimiert. Die Tatsache, dass diese Menschen gefangen genommen wurden, erklärt sich nur daraus, dass diese der yezidischen Religion angehören. Natürlich erwarte ich nicht, dass so etwas in den westlichen Medien auftaucht. Das muss man nicht mal fordern, da das Interesse für die Yeziden in der allgemeinen Bevölkerung sowie Zielgruppe westlicher Medien marginal ist. Was aber hinsichtlich westlicher Regierungen ermahnt werden darf, ist die direkte und aktive Einmischung in diese Vorgänge, die diese Situatione erst ermöglichen. Und genau das ist nicht hinnehmbar. Ich möchte diesen Blog knapp halten und nicht auf Themen wie Waffenlieferung, Unterstützer des Terrorismus oder irgendwelchen Diplomaten, die einst willkürlich, Linien über Länder gezogen haben und sonstigeseingehen, sondern nur einen konkreten und relevantan Punkt ansprechen.
Für die Yeziden gibt es derzeit zwei "Schutzmächte", wenn man diese überhaupt so nennen kann. Einmal die kurdischen Pesmerga auf der einen Seite und auf der anderen Seite die PKK. Wenn es für ein friedliches, wehrloses und unschuldiges Volk auf der einen Seite eine Organisation gibt, die dieses Volk vor einen Völkermord schützen kann, dann gilt es,ohne jegliches Zögern, diese Organisation zu unterstützen.Wenn es nicht unterstützt werden soll oder kann, dann sollte diese Organisation nicht gehindert werden. Genau das wird aber immer noch vom Westen gemacht. Die PKK schützt aktiv mein Volk, das Yezidische Volk. Niemand anders tut es sonst. Das muss eindeutig so gesagt werden.
Bekanntlich steht die PKK auf der Terrorliste der meisten westlichen Staaten. Die deutsche Regierung und Europa müssen handeln und die PKK sofort von dieser Liste nehmen. Denn nur so können, die in den westlichen Ländern lebenden Menschen, die das Schicksal der Yeziden nicht tatenlos zusehen können und wollen, auch mit allen rechtlichen Schritten und Maßnahmen, jegliche Unterstützung für diese Organisation ermöglichen. Auch wenn es nur darum geht, offensichtlich und ohne Angst, vor einer Strafverfolgung durch deutsche und westliche Staatsanwälte zu haben, wenn aktiv gegen einen Völkermord vorgegangen wird.
Im übrigen geht es hier eindeutig um einen Völkermord, der derzeit in Syrien und im Irak an Yeziden verübt wird. Jedes Unterlassen oder Duldung dieser Vorgänge ist meiner Meinung nach, aktive Beteiligung an ein Völkermord am yezidischen Volke. Die deutsche Gerichte sind zusätzlich dazu verpflichtet, diese Handlungen zu verfolgen. In welchem Umfang und wer alles vor einen Gericht kommen kann und muss, ergibt sich aus den Gesetzen und muss von Experten geprüft werden.
Ich möchte auch einen kleinen Denkanstoß für jeden geben, der genau so wie ich, entsetzt über die Situation der Yeziden ist. Der berühmte Satz "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" stammt von Napoleon. Damit ist aber sicherlich auch gemeint, dass der Freund eines Feindes auch mein Feind sein muss. Somit muss und kann nur gelten, dass jeder aber auch jeder, der nur Ansatzweise mit diesen Gotteskrieger sympathisiert, als direkter und akiver Feind aller Yeziden zu sehen ist. Egal ob in Foren, in den Medien, in sozialen Netzwerken. Überall dort wo man diese Sympathisanten begegnet, sei auf das am Anfang erwähnte Zitat von Bertolt Brecht hingewiesen. In diesem Sinne...
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