07.07.2012

Hartmut Engler und der Kurde aus Syrien

Die Pur Fans haben es schon vor 10 Jahren gewusst, dass was in Syrien falsch läuft. Auf dem Album "Was ist passiert (2003)" sang die Band Pur, mit dem Lied "Saz", von einem Kurden aus Syrien, der von dort geflüchtet ist und in Deutschland um Asyl bittet. Darin beschreibt er auch deutlich, dass dort Menschen gefoltert und erniedrigt werden. Hier der Songtext für alle, die sich für den Inhalt interessieren. http://www.magistrix.de/lyrics/PUR/Saz-7421.html.


Aber wussten es die westlichen Staaten damals auch nicht, die jetzt nun verbissen versuchen, Assad zu stürzen? Bestimmt nicht, da ja auch weiterhin Kurden regelmäßig nach Syrien abgeschoben wurden, wenn sie vergebens um Hilfe gebeten hatten. Also hat es nur unser Hartmut gewusst? Quatsch, natürlich wusste man es. Bis vor kurzem waren die Kurden in Syrien noch Staatenlose ohne Rechte. Assad hat dies ja mittlerweile geändert. Aber damals hat sich keiner aufgeregt. Und jetzt auf einmal? Ok! Es handelte sich nur um Kurden, aber trotzdem. Das sind die Kurden ja eh gewohnt, dachte man sich. Und die Ferke...aäääh Merkel, lässt über ihren Sprecher auch noch völlig zynisch ausrichten, dass ein Regime, was auf seine eigene Bevölkerung schießt, ihre Legitimation verloren hat. Und was sind dann die Kurden in Syrien die ganze Zeit gewesen, du Tro...? Ach ja, nur Kurden. Sorry für meine leichte Ausschweifungen, aber das regt mich sehr auf. Genau wie 2001 mit Saddam, der 13 Jahre zuvor einen Gasangriff auf die kurdische Bevölkerung verübt hatte. Auf einmal, nur etwas spät, war auch er nicht mehr berechtigt einen Staat zu führen. 13 Jahre vorher war er es aber noch. Nur das dazwischen tausende Menschen ermordet wurden. Irgendwie wiederholt sich hier die Geschichte.


Oder geht es nur um die fetten Schnurrbärte aus Katar und Saudi Arabien, die ja die eigentlichen Kriegsgegner von Syrien sind. Und die haben bekanntlich sehr sehr viel Öl und Gas. Das aber ein perverser und dreckiger Bürgerkrieg herbeigerufen, unterstützt und gefördert wurde, ist kaum in Worte zu fassen. Dieser Krieg wird dieses Land komplett zerstören. Man schert sich in Wahrheit ein Dreck um die syrische Bevölkerung. Denn sonst hätte man beispielsweise schon den Kurden bei ihrem Freiheitskampf geholfen. Die syrische Bevölkerung braucht keinen Krieg. Sie braucht Veränderung und dafür muss man ihnen Zeit geben. Aber dafür ist es wohl leider zu spät und man hat ihnen nicht einmal die Chance dazu gegeben. Deswegen wird der Krieg immer brutaler werden, bis wahrscheinlich irgendwann das Ausland eingreifen muss.

Irgendwie tut mir Assad auch richtig leid. Ihm geht es wahrscheinlich nicht mal mehr um seine eigene Machtposition. Ihm geht es wohl mehr um die Existenz von Millionen Menschen, die er hier verteidigen muss. Das darf man nicht vergessen. Nun muss man sich nicht wundern, wenn diese Krieg immer brutaler werden wird. Er weiß, wenn dieser Krieg verloren geht, dann geht es den Alawiten und Christen in Syrien so richtig an den Kragen. Viele werden dann ermordet oder vertrieben. Frauen werden vergewaltigt und ganze Familien auseinander gerissen. Es wird für diese Menschen keine Zukunft mehr in diesem Staat geben. Und das wissen die Alawiten und Christen. Der Irak lässt grüßen. 



Man muss sich nur mal folgendes Horrorszenario vorstellen. Nehmen wir an, die NSU wäre so stark gewesen, um auch gegen den deutschen Staat zu kämpfen, mit dem Ziel, die Macht in Deutschland zu übernehmen. Also ich würde mich sofort der Bundeswehr anschließen, um gegen die NSU zu kämpfen. Was bliebe mir auch anderes übrig, um mein eigenes Volk zu beschützen. Deswegen muss man verstehen,dass es in Syrien um mehr, als nur Assad geht. Für sehr viele Menschen geht es jetzt um das eigene Leben und das werden sie verteidigen. Das die Alawiten sich wehren ist daher einfach nur legitim und hat wohl nur wenig mit Staatsterror zu tun, was uns tagtäglich in den Medien vermittelt wird. Oder glaubt irgendjemand an einen sauberen Krieg?


Am Ende bleibt mir noch eins zu sagen. Gott beschütze die leidtragende und unschuldige Bevölkerung.